Hautalterung und Lebensweise

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Hautalterung: jung und alt

Hautalterung und Lebensweise: Wie stark beeinflussen wir selbst die Zeichen der Zeit?

Hautalterung ist für uns in der heutigen Gesellschaft ein großes Thema. Wir möchten so lange wie möglich frisch, jung, gesund und dynamisch aussehen und eine straffe Haut haben. Eine jung aussehende Haut mit dem sogenannten „Glow“ wird automatisch mit Attraktivität und Gesundheit verbunden. Dieses Phänomen betrifft heute nicht nur Frauen. Auch Männer sind zunehmend von dem Wunsch langanhaltender Jugend und straffer Haut geprägt.

Unabhängig von unserem Geschlecht und unserer Einstellung zu diesem Thema beginnt bei uns allen ab dem 25. Lebensjahr die Hautalterung. Diese erfolgt kontinuierlich im Laufe des Lebens, wobei unsere Haut dünner und faltiger wird.

Generell unterscheiden wir zwischen intrinsischer und extrinsischer Hautalterung. Doch was wird genau darunter verstanden und welchen Einfluss hat unsere Lebensweise auf die Hautalterung? Diesen Fragen widme ich mich im nachfolgenden Artikel.

Intrinsische und Extrinsische Hautalterung: was wird darunter verstanden?

Unter intrinsischer Hautalterung wird das chronologische, physiologische Altern verstanden. Die extrinsische Hautalterung bezeichnet das vorzeitige Altern bedingt durch Umweltbedingungen.

Unsere Genetik sowie unser natürlicher Hormonhaushalt haben sehr großen Einfluss auf die intrinsische Hautalterung. Wenn ich wissen möchte, wie ich im Alter aussehe, schaue ich mir meine Eltern und Großeltern an und habe einen ungefähren Eindruck davon, wie gut es meine genetische Hautalterung mit mir meint. Die intrinsische Hautalterung entsteht kontinuierlich im Laufe des Lebens und wir haben nur sehr geringen Einfluss darauf. Sie wird auch als „biologische Uhr“ bezeichnet.

Im Gegensatz dazu ist die extrinsische Hautalterung einerseits eine Verstärkung der intrinsischen Alterung und andererseits durch externe Einflüsse steuerbar. Durch verschiedene äußere Faktoren wie z.B. UV-Strahlung, Zigarettenkonsum, übermäßigen Alkoholkonsum, dauerhafte Luftverschmutzungen und Medikamente lässt sich die extrinsische Hautalterung deutlich beschleunigen und beeinflussen.

Hautalterung: jung und alt

Chronologie des Alterns:

Unabhängig von externen Einflüssen beginnt unser Alterungsprozess wie bereits beschrieben ab dem 25. Lebensjahr. Von da an nimmt die Dicke unserer Haut jedes Jahr um ca. 0,5 % ab. In der Regel erscheinen die ersten sichtbaren Fältchen um die Augen ab Ende der Dreißiger / Anfang 40er Jahre. Vor allem dort, wo die Muskeln im Gesicht häufig angespannt und benutzt werden, treten Fältchen auf. Besonders Lach-, Sorgen- oder Zornesfalten prägen sich sichtbar aus. Durch zuviel Sonnenexposition kommen Pigmentflecken, oder auch Altersflecken genannt, hinzu.

Während des 50. Lebensjahrs sind bei den meisten die Falten dauerhaft sichtbar. Durch die Abnahme der Elastizität des Bindegewebes sacken erste Partien im Gesicht nach unten ab. Das sogenannte „sagging“ tritt auf. Die Gesichtsform verändert sich entsprechend: aus einem ovalen Gesicht zum Beispiel wird im Alter durch die abgesackten Partien ein eher rechteckiges Gesicht. Das Erscheinungsbild der Haut verändert sich insgesamt und wird unruhiger, da die Pigmentierung immer ungleichmäßiger erscheint. 

Hautalterung

Was passiert bei der Hautalterung in unserer Haut?

Unsere Zellteilung nimmt im Laufe des Lebens ab und wird immer langsamer. Der Zellteilungszyklus dauert bei jungen Menschen ca. 28 Tage an. Je älter wir werden, desto länger dauert die Ausdifferenzierung der Hautzellen: bis zu 60 Tage im hohen Alter. Der Feuchtigkeitsgehalt unserer Haut nimmt zudem im Laufe des Lebens ab und die Produktion von unseren hauteigenen Lipiden wird weniger. Unsere Haut wird dünner bis hin zu einem Pergament ähnlichen Zustand. Die Zahl spezieller Immunzellen nimmt im Alter ab, so dass schädliche Erreger nicht mehr so effektiv bekämpft werden können.

Die Durchblutung sowie die Regenerationsfähigkeit unserer Haut nimmt ebenfalls im Alter ab. Die Anzahl der Zellen unseres Bindegewebes, welches aus Kollagen- und Elastin-Fasern, Hyaluron und extrazellulärer Matrix besteht, nimmt stetig ab. Ein schlafferes Bindegewebe ist die Folge.

Diese Faktoren bestimmen die intrinsische Hautalterung. Gealterte Haut erscheint blass, dünner und trockener und ist oft von Pigmentflecken und Fältchen übersät.

 

Lebensweise und Hautalterung: welchen Einfluss haben wir denn nun wirklich?

Das wir alle großen Einfluss auf unsere Hautalterung haben, haben diverse Studien gezeigt.

Untersuchungen an Zwillingen im höheren Alter konnten aufzeigen, dass die Lebensweise einen sehr starken Einfluss auf die Beschaffenheit und Optik der Haut hat. Zeigte die Gesichtshaut der einen Schwester viele Altersflecken, deutliche Fältchen um Mund und Augen sowie tiefe Falten im Bereich der Wangen und Stirn, so wies die Haut der Zwillingsschwester kaum Pigmentflecken auf und war deutlicher glatter. Die optisch ältere Schwester hatte sehr lange geraucht und sehr viel Zeit bei erhöhter Sonnenstrahlung draussen verbracht.

Die Studie konnte nachweisen, dass Hautalterung bei genetisch identischen Menschen sehr stark variieren kann. Positiv gesehen bedeutet dies aber auch, dass wir mit Hilfe unseres Lebenswandels einen sehr positiven Einfluss auf die Hautalterung nehmen können.

Hautalterung: jung und alt

Wieso altern wir unterschiedlich schnell?

Würden wir nur nach der intrinsischen Art altern, würden Zwillinge im Alter gleich aussehen. Das extrinsische Altern, das sogenannte Umweltaltern, führt erst zu den gravierenden Unterschieden.

Vor allem die intensive UV-Exposition ist der größte Feind jugendlicher Haut. Die energiereichen UV-A und UV-B Strahlen können das Erbgut in unseren Zellen schädigen. Dies führt zu einer dauerhaften Zerstörung unseres Bindegewebes. Wenn wir regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, baut die Haut einen Schutz auf: die Lichtschwiele. Sie entsteht dadurch, dass sich die Haut über mehrere Wochen verdickt. Die Lichtschwiele baut sich wieder ab, wenn die Sonnenexposition nachläßt. Besonders prägnant ist die Lichtschwiele bei Menschen, die dauerhaft in der Sonne leben. Die Hautareale, die über eine sehr lange Zeit intensiv der Sonne ausgesetzt sind, weisen ledrige, verdickte Bereiche mit tiefen Furchen und Runzeln auf.

Jahrelanger, intensiver Nikotinkonsum führt ebenfalls zu einer verfrühten und gesteigerten Hautalterung. Die Haut wird grau, es entstehen neben Tränensäcken oft tiefe Falten um die Nase und den Mund herum. Rauchen verengt die Blutgefäße, was eine verminderte Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen in die Hautzellen zur Folge hat. Dadurch sieht die Haut blass und grau aus. Die schädlichen Substanzen im Zigarettenrauch fördern zusätzlich den Abbau der Kollagen- und Elastin-Fasern und Schädigen so das Bindegewebe. Diese schädlichen Substanzen gelangen einmal über die Blutbahn zu den Zellen und werden zusätzlich durch die Luft eingeatmet. Folglich entsteht über zwei Wege eine dauerhafte Schädigung des Organismus.

Eine starke Luftverschmutzung wirkt ebenfalls verstärkt auf die Hautalterung. Unsere Hautzellen mögen Feinstaub und Ozon überhaupt nicht.

Übermäßiger Alkoholkonsum führt dazu, dass sich die Blutgefäße weiten. Die Folge ist eine großporige, aufgedunsene und gerötete Haut. Das Abbauprodukt, welches durch den Alkohol in der Leber entsteht, ist zudem stark toxisch und greift unser Gewebe an.

Neben all den Konsumgiften haben leider auch schwere Erkrankungen, die Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie z.B. Antidepressiva, sowie eine stark einseitige Ernährung negativen Einfluss auf unsere Hautalterung. Ebenso zeichnen sich seelische Leiden auf unserem Gesicht ab.

Diese Faktoren fördern alle komplexe Stoffwechselvorgänge und dadurch die Bildung freier Radikale in der Haut. Durch diese externen Einflussfaktoren werden komplexe Stoffwechselvorgänge in den Zellen aktiviert. Unsere Zellen produzieren daraufhin übermäßig viele freie Radikale. Hierunter zählen z.B. aggressive Verbindungen wie Wasserstoffperoxid oder Hydroxylradikal. Normalerweise entstehen sie bei Stoffwechselprozessen in den Zellen als wichtige Signalmoleküle. In zu großer Konzentration schädigen sie allerdings unser Gewebe und das Erbgut in den Zellen unserer Haut.

 

Wie können wir positiven Einfluss auf unsere Hautalterung nehmen?

Lange Zeit waren die sichtbaren Anzeichen der Hautalterung negativ besetzt. Der Trend des „Pro-Aging“ ist in den letzten Jahren immer mehr als Gegenbewegung entstanden. Lachfalten und Sonnenflecken gelten zunehmend als positive Zeichen eines langen und ereignisreichen Lebens. Vor allem Lachfalten zeugen von Lebensfreude und Fröhlichkeit.

Um den Alterungsprozess trotzdem ein wenig zu verlangsamen, können wir mit unserer Lebensweise einen sehr großen Beitrag leisten.

Der Verzicht auf den übermäßigen Konsum von Genußgiften wie Alkohol, Nikotin und Zucker bewirkt hier sehr viel. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung mit vielen pflanzlichen Fetten und Vitaminen ist es ratsam, viele Antioxidantien zu sich zu nehmen. Antioxidantien fangen die freien Radikale in unserer Haut und wirken nicht nur über die kosmetische Pflege von außen gegen die Hautalterung. Folgende Lebensmittel sind zum Beispiel reich an Antioxidantien: Blaubeeren, Zitrusfrüchte, Äpfel, Tomaten, Karotten, Avocado, Grünkohl, Nüsse, Hirse und Kaffee. Außerdem ist es empfehlenswert, ausreichend viel Wasser und / oder ungesüßte Tees zu trinken. Dies polstert die Haut von innen auf.

Zudem ist eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff ein wahrer Jungbrunnen für unsere Hautzellen. Viel Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung und Regeneration der Haut. Sport ist essentiell für ein straffes Bindegewebe und gesunde, jungerhaltene Zellen. Durch die Anregung der Durchblutung und des Lymphsystems sowie des gesamten Stoffwechselapparates bleibt die Haut prall und fest und sieht zudem rosig und gesund aus. Ausreichend UV-Schutz sollte hierbei nicht vergessen werden.

 

Zusammenfassung:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir alle dem Hautalterungsprozess ausgesetzt sind. Die einen altern sichtbar schneller während andere länger jugendlich aussehen. Durch einen gesunden Lebenswandel mit vielen Vitaminen, Antioxidantien und ausreichend Flüssigkeit können wir unseren Hautzellen sehr viel Gutes tun. Ein maßvoller Umgang mit Konsumgiften sowie ausreichend Schlaf, Sport, frische Luft und wenig Stress lässt uns zudem gesund und jung aussehen. Vergesst dazu auf keinen Fall den hohen UV-Schutz und ihr könnt Eure persönliche Hautalterung sehr positiv beeinflussen. So altert Eure Haut gesund und langsamer, wobei die Lachfältchen immer schön anzusehen sind und mit Stolz gezeigt werden sollten.